Petition – Keine Vergabe von kommunalen Flächen an Zirkusbetriebe mit Wildtieren

Sie beginnt wieder – die Zirkussaison in Dresden.
Viele Zirkusse führen noch immer Tiere wie Elefanten, Tiger und andere Wildtiere mit sich.
Damit stellt sich uns immer wieder die Frage: Sind (Wild)Tiere im Zirkus wirklich notwendig und zeitgemäß?

Am 18.03.2016 erfolgte aufgrund eines Antrages des Landes Hessen bereits zum dritten Mal die Entschließung des Bundesrates über ein Verbot der Haltung bestimmter wild lebender Tierarten (speziell: nicht-menschliche Primaten, Elefanten, Großbären, Giraffen, Nashörner und Flusspferde) im Zirkus. Dem Antrag des Landes Hessen haben sich die Bundesländer Saarland, Schleswig-Holstein, Rheinland-Pfalz und Thüringen angeschlossen. http://www.bundesrat.de/bv.html?id=0078-16

Aus Gründen des Tierschutzes ist diese Entscheidung sehr zu unterstützen.

Der Tierschutz ist im Grundgesetz als Staatsziel verankert.
Im Tierschutzgesetz ist ausdrücklich festgelegt, dass die Unterbringung eines Tieres artgemäß sein muss.

Wanderzirkusse bzw. reisende Zirkusse können diesen Anforderungen praktisch nicht gerecht werden. Durch die Standortwechsel können die Tiere z. B. keine Reviere anlegen oder ihr Sozialverhalten ausleben. Es kommt deshalb immer häufiger zu Verstößen gegen das Tierschutzgesetz, obwohl hier klar geregelt ist, dass niemand einem Tier ohne vernünftigen Grund Schmerzen, Leiden oder Schäden zufügen darf.

Angesichts erweiterter Erkenntnisse über die Bedürfnisse von Wildtieren fordert seit geraumer Zeit auch die Bundestierärztekammer ein bundesweit einheitliches und generelles Verbot von Wildtieren im Zirkus.
http://www.bundestieraerztekammer.de/index_btk_presse_details.php?X=20120222210840

Selbst die Bundesregierung räumt in der Begründung zum Entwurf eines Dritten Gesetzes zur Änderung des Tierschutzgesetzes (vgl. BT-Drucksache 17/10572 – Seite 30) Folgendes ein: „Es zeichnet sich jedoch bereits ab, dass für einige der genannten Tierarten ein Verbot oder eine Beschränkung des Zurschaustellens an wechselnden Orten aus Gründen des Tierschutzes erforderlich sein könnte. Fortgesetzte Verstöße gegen die Haltungsvorschriften für manche Tierarten sowie die Häufigkeit von Verhaltensauffälligkeiten und gesundheitlichen Beeinträchtigungen der betreffenden Tiere in vielen Zirkusbetrieben weisen darauf hin, dass die Bestimmungen für deren tierschutzgerechte Haltung unter den Bedingungen des Zurschaustellens an wechselnden Orten nicht realisierbar sind. Auch nehmen die Erkenntnisse über die Bedürfnisse mancher Tierarten hinsichtlich einer tierschutzgerechten Haltung zu und erfordern zumeist ein erhöhtes Platzangebot und mehr Bewegungsmöglichkeiten für die Tiere.“

In der Rechtssprechung gab es hierzu in der Vergangenheit unterschiedliche Entscheidungen. Im Fall von Erding wurde das Wildtierverbot jedoch vom Verwaltungsgericht München bestätigt. http://www.gesetze-bayern.de/Content/Document/Y-300-Z-BECKRS-B-2014-N-56385?hl=true&AspxAutoDetectCookieSupport=1

Befürworter von Wildtieren im Zirkus führen sehr oft an, dass ein Verbot der Haltung von Wildtieren im Zirkus einen Eingriff in die Berufsfreiheit darstelle.
Hierzu führt der Bundesrat in seiner aktuellen Entschließung an, dass das Verbot der Haltung bestimmter Tiere zwar einen Eingriff in die Berufsfreiheit der betroffenen Personen darstellt, der aber als geringgradig zu beurteilen ist. Ein Verbot bestimmter Tierarten ist somit verhältnismäßig.
Auch die Bundesregierung führt dazu im Entwurf eines Dritten Gesetzes zur Änderung des Tierschutzgesetzes (Drucksache 17/10572 – Seite 30) an:
„Der Beruf des Tierlehrers ist in der Regel nicht auf die Arbeit mit einer bestimmten Tierart oder mehreren bestimmten Tierarten beschränkt. Viele Tierlehrer arbeiten mit mehreren Tierarten, teils verteilt auf ihre berufliche Laufbahn, teils gleichzeitig. Manche Tierlehrer haben sich allerdings auf wenige Tierarten oder eine bestimmte Tierart spezialisiert, dies insbesondere bei sehr ausdifferenzierten Tiernummern.
Ein Tierlehrer hat aber in der Regel die Möglichkeit, eine Tierart, mit der er arbeitet, zu wechseln und seine Kenntnisse und Fähigkeiten bei einer anderen Tierart anzuwenden. Insoweit stellen Verbote oder die Einschränkung der Haltung bestimmter Arten wildlebender Tiere im Zirkus keinen Eingriff in die Berufswahlfreiheit dar. Es handelt sich nach den hier vorliegenden Erkenntnissen vielmehr um einen Eingriff in die Berufsausübungsfreiheit, der durch vernünftige Erwägungen des Gemeinwohls, hier den Schutz der von dem Verbot oder einer Beschränkung erfassten Tiere, gerechtfertigt sein kann.“

Dass ein Zirkus auch ohne Tiere geht, beweisen z.B. die erfolgreichen Unternehmen Circus Roncalli, Circus Flic-Flac und Cirque du Soleil.

Da leider nicht absehbar ist, wann ein solches Verbot bundesweit eingeführt wird, hat sich der Tierschutzverein Dresden e.V. Menschen für Tierrechte bereits im März 2016 an die Dresdner Stadtratsfraktionen gewandt, damit auch die Landeshauptstadt Dresden wie bereits 50 andere Städte zuvor selbst durch ein kommunales Wildtierverbot aktiv wird.

Unterstützen Sie uns bei unserer Forderung und unterzeichnen Sie die Petition.

Fordern Sie zusammen mit uns den Dresdner Stadtrat auf, die einzig richtige Entscheidung im Sinne der Tiere zu treffen und entsprechende Regelungen zu schaffen, dass keine kommunalen Flächen mehr an Zirkusbetriebe mit Wildtieren zu vergeben werden.

Zur Petition gelangen Sie hier: https://www.openpetition.de/petition/online/keine-vergabe-von-kommunalen-flaechen-in-dresden-an-zirkusbetriebe-mit-wildtieren

Falls Sie Unterschriften mit einer Liste sammeln möchten, können Sie sich eine Unterschriftenliste als PDF herunterladen.
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Matthias Bernickel

vor 4 Jahren

Seltsam… Der Anima e. V. hat sich bereits ab November mit einem Antrag an Dresdner Stadtratsfraktionen gewandt. Als der Antrag dann bei Frau Sägner, als Stadtrat der Partei Die Linke und zugleich Vorsitzenden des TSV Dresden e.V., landete, wurde der Antrag plötzlich zum Antrag des TSV Dresden e.V.?! Ich habe das Gefühl, dass sich der TSV Dresden e.V. durch diesen Artikel mit fremden Federn schmücken will.

Tierschutzverein Dresden e.V. Menschen für Tierrechte

vor 4 Jahren

Hallo Herr Bernickel,
das ist so nicht richtig.
Den Fraktionen liegen zwei Schreiben vor – eins von Anima e.V. und eins vom Tierschutzverein Dresden e.V. Menschen für Tierrechte.
Es steht ja jedem Verein frei, sich mit einem Anliegen an die Fraktionen zu wenden.
Der Tierschutzverein Dresden e.V. hatte einen anderen Anlass, sich an die Fraktionen zu wenden, als Anima e.V.
Es werden auf jeden Fall beide Positionsschreiben (zusammen) dikustiert und behandelt.
Letztendlich liegt jetzt das weitere Vorgehen/die weitere Entscheidung bei den StadträtInnen.

sonja geisler

vor 4 Jahren

Tiere gehorn in die freiheit

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